Sollten Sie als Folge eines schlecht eingestellten Blutzuckers Probleme mit Ihren Füßen haben, zum Beispiel infizierte Wunden, kann Ihr Hausarzt Sie auf unsere Station einweisen. Fast immer kann man heute große Amputationen vermeiden. Meist ist zur Behandlung und Heilung eines infizierten diabetischen Fußes ein chirurgisches Wunddebridement, eine intravenöse antibiotische Therapie sowie eine Druckentlastung des Fußes mittels Bettruhe erforderlich.
Zu unserem Team gehören auch eine Fußpflegerin, ein Arzt und ein Schuhorthopäde. Über unsere Notfallambulanz ist für Notfallpatienten mit infiziertem diabetischem Fuß jederzeit ein Arzt erreichbar. Eine rein ambulante Betreuung von Patienten mit diabetischen Füßen ist an der Medizinischen Klinik zur Zeit nicht möglich. Patienten wird eine ambulante Behandlung in einer auf diabetische Füße spezialisierten Praxis, z.B. einer diabetologischen Schwerpunktpraxis mit Fußambulanz, empfohlen. Bitte bedenken Sie, dass der diabetische Fuß eine Hochrisikoerkrankung ist, die eine regelmäßige, fachgerechte, primär diabetologische Betreuung erfordert.
Waschen Sie Ihre Füße täglich ca. fünf Minuten in bis zu 36 °C warmem Wasser, aber weichen Sie die Haut nicht durch zu lange Fußbäder auf. Überprüfen Sie die Temperatur mit einem Thermometer, weil auch das Temperaturempfinden eingeschränkt sein kann. Benutzen Sie eine milde Seife (z. B. Babyseife), spülen Sie die Seife gründlich ab und trocknen Sie die Füße sorgfältig - besonders zwischen den Zehen - mit einem weichen Handtuch. Untersuchen Sie hierbei die Füße auf Hautveränderungen und Verletzungen, nehmen Sie für die Fußsohle gegebenenfalls einen Spiegel zur Hilfe. Für raue, rissige oder trockene Haut verwenden Sie eine Lanolin- oder Fettsalbe. Feilen Sie die Zehennägel nicht zu kurz und möglichst gerade; spitze Ecken können Sie etwas abrunden. Für Hornhaut benutzen Sie am besten einen Bimsstein.
Schützen Sie Ihre Füße vor Verletzungen. Verwenden Sie bei der Fußpflege keine scharfen Werkzeuge, also keinen Hornhauthobel, keine Schere und auch keine Hornhaut- oder Hühneraugensalbe. Auch wenn es noch so schön sein kann, laufen Sie nicht barfuss, denn hierbei besteht große Gefahr für Verletzungen, beispielsweise durch Sonnenbrände und Insektenstiche. Vermeiden Sie Wärmflaschen oder Heizkissen, um Ihre Füße zu wärmen. Angewärmte, weiche Wollsocken verhelfen Ihnen gefahrloser zu warmen Füßen.
Tragen Sie nach Möglichkeit Strümpfe, die Ihre Haut atmen lassen, also aus Wolle, Baumwolle oder Seide. Wichtig ist das tägliche Wechseln der Strümpfe. Und nun zu den Schuhen: nehmen Sie sich zum Schuhkauf viel Zeit und legen Sie den Einkauf am besten auf den Nachmittag. Stellen Sie den Fuß auf ein Blatt Papier, zeichnen Sie die Umrisse nach und schneiden Sie den gezeichneten Fuß aus. Legen Sie dieses Blatt in den Schuh. Nur wenn es glatt auf der Innensohle liegt, hat Ihr Fuß genügend Platz. Achten Sie auch darauf, dass der Schuh nirgendwo drückt. Prüfen Sie mit der Hand, ob die Innenflächen glatt sind.
Hier noch ein Tip für den Alltag: Auch Ihre alten Schuhe sollten Sie täglich auf Unebenheiten, aufgeplatzte Nähte oder andere Stellen, die zu Reibungen oder Druck führen könnten, untersuchen. Sind Ihre Füße stark gefährdet, können Sie Diabetiker-Spezialschuhe mit diabetesgerechter Einlage verordnet bekommen. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt. Bitte bedenken Sie, Druckschäden durch Schuhwerk ist die häufigste Ursache dafür, dass sich aus einem Fuß mit Sensibilitätsstörungen oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit ein diabetischer Fuß mit Geschwüren entwickeln kann.
Unsere Füße gehören oft zu den vernachlässigten Körperteilen, obwohl sie uns täglich kilometerweit tragen. Als Diabetiker müssen Sie Ihren Füßen viel Aufmerksamkeit widmen.