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Schwestern bewerben sich auf Fernsehberichterstattung
Ein heißes Thema lieferte das Krankenhaus Oststadt anfangs
der 90er Jahre mit der Anwerbung von Personal über eine Leipziger
Zeitung. In dieser Zeit waren die deutschen Krankenhäuser vom
Personalmangel geplagt und so bot das Krankenhaus in einer Anzeige
10.000 DM als Kompensation für die Umzugskosten jeder Schwester,
die bereit war, nach Hannover zu ziehen. "Wir wurden förmlich
von den Medien belagert, als die Neue Presse einen reißerischen
Bericht über den "Kopfgeld-Fall', wie er schnell genannt
wurde, brachte", so ein ehemaliger Mitarbeiter. "Dabei
haben wir nur offen gehandhabt, was andere unter dem Tisch erledigten."
Nicht nur Zeitungen berichteten, sondern auch das Fernsehen. Darauf
begannen einige Bewerbungen mit den Worten " Ich bewerbe mich
aufgrund Ihrer Fernsehwerbung...".
Medizinischer Fortschritt und architektonischer Wandel
Einhergehend
mit der Entwicklung der Medizin wurde und wird im Krankenhaus Oststadt
ständig die räumliche Situation so verändert, dass
die notwendige Infrastruktur den Bedürfnissen der medizinischen
Disziplinen und den Bedürfnissender Patienten angepasst wird.
Die Abteilungen Gastrologie und Hepatologie sowie die Radiologie
wurden ,geliftet`, die Frauenklinik saniertund verschiedene Ende
der 80er Jahre begonnene Sanierungsarbeiten abgeschlossen Das Gesicht
des Krankenhauses wurde weiter verändert: eine sehnsüchtig
von den Patienten und Krankenhausseelsorgern erwartete Kapelle würde
1993 gebaut. Eine brandneue Küche und eine lichtdurchflutete
Cafeteria wurden im Sommer 2002 fertiggestellt.
Wirtschaftlichkeit durch Eigenständigkeit und Kooperation
Seit 1992 verlangt die Krankenhausgesetzgebung, dass vermehrt ein
Augenmerk gelegt wird auf die Wirtschaftlichkeit. Als erster Schritt
wurde daher 1992 der ,Regiebetrieb' eingeführt. Das Krankenhaus
sollte nach den Vorstellungen des Trägers in größerer
Eigenverantwortung und -kompetenz über Budgetfragen, Personalangelegenheiten
oder Baumaßnahmen befinden können. Neue Wege der Umstrukturierung
beschreitet man seit 1998. Das Klinikum Hannover - ein sogenannter
Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Hannover - wurde gegründet.
Alle städtischen Krankenhäuser und das Altenzentrums Eichenpark
zum Klinikum Hannover arbeiten unter einem Dach. Durch die Zentralisierung
und Zusammenfassung beispielsweise der EDV, des Controllings und
Personalwesens wurde eine effiziente Verwaltung aufgebaut.
Und Schritt für Schritt geht es weiter: die Zusammenfassung
aller Krankenhäuser unter dem Dach der Region Hannover ist
die nächste Herausforderung für das Krankenhaus Oststadt.
Dann ziehen mit Fertigstellung einer neuen Frauenklinik auf dem
Campus der Medizinischen Hochschule im Jahr 2005 die Einrichtungen
der MHH aus dem Krankenhaus Oststadt aus. Neue Schwerpunkte und
Abteilungen sollen die entstandenen Lücken schließen;
mit der Klinik für Nephrologie, Hochdruck- und Gefäßerkrankungen
wurde dieses Konzept bereits im Jahr 2001 begonnen. All diese Veränderungen
zeigen: das ländliche Idyll des Schwarmstedter Behelfskrankenhaus
ist schon lange nur nostalgische Erinnerung an die eigenen Wurzeln.
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